Gute Nachrichten aus der Hecke

Bei der 22. „Stunde der Gartenvögel“ meldeten die Teilnehmenden wieder viele vertraute Arten aus Gärten, Parks und von Balkonen. Doch während Buchfink, Grünfink und Amsel in diesem Jahr häufiger beobachtet wurden, zeigen die Zahlen bei Haussperling, Mauersegler und Mehlschwalbe deutlich nach unten.

„Gerade bei den Finken können wir in Niedersachsen erst einmal aufatmen“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des Nabu Niedersachsen. Der Buchfink wurde im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent häufiger gemeldet, der Grünfink um 11 Prozent. „Das ist ein gutes Zeichen. Offenbar bahnt sich derzeit keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden an, die in der Vergangenheit bei einigen Finkenarten deutliche Spuren hinterlassen hatte.“ Ganz aus dem Blick geraten dürfe das Thema aber nicht. Die Erreger können sich besonders an Futterstellen und Vogeltränken verbreiten. Wer Vögel unterstützt, sollte deshalb auf Hygiene achten, am besten Futtersäulen nutzen, Futterplätze regelmäßig reinigen und Wasser täglich wechseln.

Auch bei der Amsel gebe es vorsichtig erfreuliche Nachrichten. Nachdem die Art im vergangenen Jahr durch das Usutu-Virus vielerorts deutlich seltener gemeldet wurde, liege sie nun 7 Prozent über dem Vorjahreswert. „Viele Menschen haben im vergangenen Jahr gemerkt, dass der vertraute Amselgesang in manchen Gärten leiser geworden ist“, so Neffati. „Das leichte Plus in diesem Jahr zeigt, dass sich die Bestände offenbar etwas erholen konnten.“ Eine vollständige Entwarnung sei das aber noch nicht. Die weitere Entwicklung muss aufmerksam beobachtet werden.

Weniger erfreulich falle der Blick auf den Haussperling aus. Der Spatz bleibe zwar die Nummer eins unter den gemeldeten Gartenvögeln in Niedersachsen, wurde aber um 6 Prozent seltener gezählt als im Vorjahr. „Der Haussperling gehört für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Genau deshalb ist sein Rückgang so alarmierend“, betont Neffati. Wenn eine so häufige Art über Jahre hinweg kontinuierlich abnimmt, sei das ein Warnsignal für den Zustand der Natur in Städten und Dörfern.

Dem Haussperling fehlten vielerorts Nistplätze an Gebäuden und ausreichend Insekten, die besonders für die Aufzucht der Jungvögel wichtig sind.

Besonders deutlich sei der Rückgang beim Mauersegler. Die eleganten Sommerboten wurden in Niedersachsen um 38 Prozent seltener gemeldet. Auch die Mehlschwalbe liege mit einem Minus von 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beide Arten brüten an Gebäuden und sind auf Insekten als Nahrung angewiesen.