Die Beweglichkeit erhalten
Viele Muskelpartien müssen hier zusammenarbeiten: Sabine Rabus macht es vor, die Teilnehmer machen es so gut es geht nach.
Es ist gerade kurz vor 18.30 Uhr. In der Sporthalle sind in einem Teil die jungen Tischtennisspielerinnen und -spieler aktiv, während im anderen Teil, getrennt durch eine textile Wand, gerade die etwas älteren Personen ankommen, die etwas für ihren Rücken tun wollen. Der kann manchmal sogar sehr unangenehm schmerzen.
VON HORST VOIGTMANN
Bad Münder.
Sabine Rabus aus Eldagsen leitet diese Gruppe seit einigen Jahren. Teilnehmerin Kerstin Ansorge erzählt, sie sei erst seit Kurzem in dieser Gruppe. Der Grund sei, dass sie Rückenschmerzen habe und dies vermutlich daran liege, dass sie sich zu wenig bewege. „Es tut hinterher immer richtig gut“, sagt sie lachend über das Rückenfit-Angebot des SC am Montagabend.
Marion Köhler ist schon länger dabei. Sie macht auch noch Nordic Walking beim SC. Mit dem Rücken hat sie keine Probleme, sie möchte einfach Sport machen und beweglich bleiben. „Und als Rentnerin hat man ja auch Zeit dazu“, sagt sie.
„Vor der Coronazeit gab es eine Powergruppe. In der Coronazeit wurden die Powergruppe und die Rückenfit-Gruppe zusammengelegt. Die Rückengruppe tut mir sehr gut. Wenn ich im Garten gearbeitet habe und die Schmerzen im Rücken spüre, hilft mir das Training“, sagt Marianne Schwab. „Nach dem Rückentraining mit Rabus ist alles wieder gut.“
Das Ehepaar Ina und Uwe Fiedler ist gemeinsam dabei. „Ich habe immer schon mit Rückenschmerzen zu tun“, sagt Ina Fiedler. Ihr Mann ergänzt: „Bewegung tut gut, und irgendwas muss man machen, um beweglich zu bleiben. Ich habe mich entschieden, meine Frau zu begleiten.“ Und dann geht es los: Rabus hat sanfte Musik eingeschaltet und beginnt mit einer leichten Übung: „Zuerst darfst du deine Hände auf den Rippenbogen legen und ganz bewusst durch die Nase einatmen, den Rippenbogen weiten und durch den Mund ausatmen. In deinem Atemrhythmus. Spürt ihr das, wenn ihr bis in den Bauchraum einatmet?“
Die einzelnen Übungen finden stehend, im Sitzen, im Liegen oder auch im Vierfüßlerstand statt. Die Beweglichkeit der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Kurs ist unterschiedlich. Deswegen erinnert Sabine Rabus immer wieder daran, nur das zu tun, was möglich ist, und sich nicht zu überfordern. Eine Stunde lang stehen Bewegungen auf dem Programm, die teils sanft sind, teils aber auch die Muskulatur fordern. Konzentration ist wichtig, um die Übungen mitmachen zu können. Gelegentlich werden die Übungen wohl zu Muskelkater an Stellen des Körpers führen, an denen man gar keine Muskeln vermutet hätte. Für den Erhalt der Beweglichkeit sind die Übungen sehr hilfreich. Einige Begriffe, wie zum Beispiel der herabschauende Hund, erinnern an Bezeichnungen aus dem Yoga. Rabus lächelt: „Eher aus dem Pilates. Ich bin kein Yoga-Mensch, eher der Pilates-Mensch. Pilates ist flüssiger, dynamischer“, sagt sie. „Beim Yoga verharrt man dann in einer Position. Ich brauche Bewegung. Die Trainingseinheiten am Montagabend sind jeweils individuell. Am nächsten Montag zur gleichen Zeit werden andere Muskeln angesprochen als heute. Aber das Ziel ist jedes Mal das gleiche: die Beweglichkeit zu erhalten und den Körper stark zu machen.“

